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Dieser Artikel stammt aus dem Newsletter des BSV-Vechta.
Lütjenburg-Fahrt ************* Am vergangenen Montagabend hatten sich 28 BSV-Schützen abends um 20.00 Uhr direkt vom Hagener Schützenfest per Bus in Richtung der Kreisstadt Lütjenburg (Holsteinische Schweiz) zu einem Gegenbesuch aufgemacht. In der alten Heimat unseres Vizepräsidenten Hauke Anders nahm man bei der Lütjenburger Schützen-Totengilde von 1719 an einem sicherlich etwas anderem und dadurch besonderem Schützen-Gildefest teil. Zusammen mit unserem Vechtaer Kolpingorchester, welches sich am Dienstagmorgen um 02.00 Uhr mit einem weiteren Bus aufgemacht hatte, wurde man von den Gildeschützen um 06.30 Uhr mit einem feudalen Frühstück im Sportheim empfangen (" DANKE, Oki! Dafür allein hast Du schon den diesjährigen Otto-Maack-Pokal zu Recht erhalten!" :-) ). Zu Fuß ging es dann mit Musik des Kolpingorchesters auf den Lütjenburger Marktplatz, wo die Gildebrüder (typisch in schwarzem Anzug mit Zylinder und Handstock) die Gäste aus Vechta in Empfang nahmen. Nach Antreten begrüßte Gildeoberst Hans Ulrich Strehlow die versammelte Front und man marschierte quer durch die Stadt zu der I.ten Majestät Jens Janssen ("de liebe Bestatter"). In Lütjenburg hat man das Königs-Nachwuchsproblem vieler Schützenvereine unserer Region relativ pragmatisch gelöst. Der König wird mehr oder minder nach einer undurchsichten Auswertung nach dem Adlerschießen quasi bestimmt und benötigt auch keinen Hofstaat. Der alte König wird auch nicht gleich "ausrangiert", sondern darf sein Gnadenbrot ein Jahr weiter als II.ter König verdienen. Das mit dem Marschieren in Lütjenburg war für viele Vechtaer auch so ein Ding ... sage und schreibe über 13 km ist man am Vormittag quer durch die Stadt hin- und hergezogen. Den Bläsern des Kolpingorchester blieb bei manchen Hügelansteigungen der Holsteinischen Schweiz fast die Luft weg. Aber es nützte nichts, denn selbst die Bürgermeisterin Silke Lorenz, der Landrat aus Plön und der Kommandeur der Garnisionsstadt Lütjenburg müssen diesen Gang mehr oder weniger freiwillig jedes Jahr voll mit durchziehen (ansonsten wäre man im Ansehen bei den Bürgern wohl komplett unten durch!).
Besonderen Eindruck hat bei den Vechtaer Schützen auch der Schulhofbesuch bei der Grundschule am Vormittag hinterlassen. Über 300 Kinder haben zusammen mit Ihren Lehrerinnen freudig den in diesem Jahr für Lütjenburger Verhältnisse mit über 180 Teilnehmern starken Umzug in Empfang genommen. Nach Lautsprecher-Ansprachen von der Direktorin und Oberst Strehlow wurden Süßigkeiten aus dem mitgebrachten Bollerwagen verteilt und ein launiges Musikstück des Kolpingorchesters präsentiert. Hei, war das ein lustiges Gewusel auf dem Schulplatz... vielen VEC-Schützen hat das so gut gefallen, dass man ernsthaft überlegt diesen Programmpunkt beim Bürgerschützenfest zu übernehmen.
Ein Höhepunkt war der Festkommers mit anschließendem Mittagessen im Saal des Lütjenburger Soldatenheims. Nicht nur das hier Ehrungen erfolgen und Lieder zum Mitsingen von der zweiten Musikapelle angestimmt werden, nein auch launige Ansprachen und Abläufe (zumeist in Plattdeutsch, was sich nur kaum von dem in Vechta unterscheidet) erheiterten immer wieder die Zuhörer. Unübertroffen war hierbei an allen Tagen Gildeoberst Hans-Ulrich Strehlow -- seine humorvollen Ansprachen und reflexartig-messerscharfen "Konter"-Kommentare waren unbeschreiblich (" Den Mann sollte man für Vechta "klonen"). Alles in allem ist der Festablauf bei der Gilde mit vielen Ritualen, Zeremonien und oft höherem Disziplinanspruch als bei uns Bürgerschützen behaftet -- der Humor blieb aber niemals auf der Strecke.
Am Nachmittag "wanderte" man weiter auf den Festplatz " Tannenschlucht ". Dort befand sich ein kleines Festzelt mit Bierstand, Würtschenstand usw.. Hauptaufgabe neben Bier und "Köm"-Trinken ("dazu komm ich gleich") war die "Zerbröselung" eines edlen und mannshohen Adlers (mehrfach dick geleimt) durch circa 1.400 Gewehrschüsse mit 16mm Patronenkaliber.
Jetzt zum Thema Lütjenburger-Köm: ------------------------------------ " Also Köm is dat glieke as bi us dei Schluck , nur dat dei in Lüdjenborg in Stellenwert wol glickberechtigt is mit Beer! Dei schlakert sick in Lüdjenborg laiwer ain Schluck as ain Glass Beer wech!"
Ihr könnt Euch vorstellen, das der stete Genuss " beider Gänge " (Lütjenburger Korn und Pils) auch für uns wackere Südoldenburger, die wahrlich keine Angst vorm "Feind" haben, irgendwann zu einigen Ausfällen geführt hat. Ungewohnt war für uns auch der anfängliche und schaudervolle Genuss von schaumlosen Pils in 0,3 ltr. Willy-Gläsern. Dank unserem stv. Schatzmeister Dieter Josef wurde die junge Bedienung jedoch hierzu noch einmal neu angelernt.
Alles in allem war diese Veranstaltung ein gelungener Auftakt zu wiederkehrenden Besuchen in kommenden Jahren. Allen mitgefahrenen BSV-Schützen hat es mächtig Spaß gemacht und man hat viele neue Eindrücke sammeln können. Dank gilt allen Lütgenburger Gildebrüdern, die sich wahrlich meisterlich bei uns revanchiert haben ("Apropos...Danke für den "Köm" morgens um 5.00 Uhr ans Hotelbett!" :-P ) Sicherlich könnte man noch viele weitere und interessantere Details zu der Fahrt nach Lütjenburg erzählen, jedoch möchte ich den Mitfahrern nicht zu viel Thekengesprächststoff vorwegnehmen. Die zahlreichen Fotos werden wir sicherlich wieder am 30.Dezember beim BSV-Jahresabschluss per Leinwand präsentieren!
Bis die Tage - Euer Presse-Off!
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