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Lütjenburger Schützen-Totengilde von 1719

Vogelschiessen2006

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Jochen Sauvant neue Majestät

(KD) Die Lütjenburger Schützen – Totengilde von 1719 hat eine neue Majestät:

Jochen Sauvant und seine Silke werden als Majestätenpaar die Lütjenburger Gilde im Jahre 2006/2007 repräsentieren. Mit dem 1412. Schuss holte Gildebruder Horst Gaefke den Rest vom Vogel herunter,  und ist damit der Königsschütze des diesjährigen Bürgervogelschießens in Lütjenburg.

Damit ging nach einem langen Tag das 287. Bürgervogelschießen zu Ende, welches aus alter Tradition in Lütjenburg zusammen mit den Bürgern gefeiert wird. Sichtlich zufrieden war auch Gildeoberst Hans-Ulrich Strehlow, der in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung von 172 Teilnehmern am Festumzug bei strahlendem Sommerwetter vermelden konnte.

 Plattdeutscher Gottesdienst und Vogelrichten

Bereits am Pfingstmontag nahmen viele Gildebrüder am Plattdeutschen Gottesdienst teil, bevor es am Nachmittag hieß, Antreten zum Abmarsch in die Tannenschlucht. Hier wurde auf dem Gildeplatz der Vogel in seinem Kasten gerichtet und anschließend die Ehrenpforte bei der 1. Majestät  aufgestellt. Damit  stand dem Bürgervogelschießen im Jahre 2006 nichts mehr im Wege.

Antreten vor dem Färberhaus

Nachdem bereits um 6.00 Uhr drei Böller von den Höhen des Bismarckturms die Gildebrüder am Dienstag Morgen geweckt und allen Bürgern verkündet hatte, in Lütjenburg ist Bürgervogelschießen, fanden sich Gildebrüder und viele Bürger auf dem Lütjenburger Marktplatz ein. Unter den Klängen der Kapelle nahm Oberst Hans – Ulrich Strehlow zusammen mit dem Adju Dirk Timmermann die Front der angetretenen Gildebrüder ab. Er begrüßte die Gastgilden, darunter auch eine große Abordnung des Schützenvereins Vechta unter der Führung des Vize-Präsidenten, Gildebruder Hauke Anders. Diese hatten ihre eigene Kapelle mitgebracht, die den Umzug durch die Stadt begleitete.

Antreten der Gilde und Gastgilden vor dem Rathaus

 

Ständchen für die „Alten“, Süßes für die „Kleinsten“

Nach dem Abholen der Bürgermeisterin und des Bürgervorstehers im Rathaus ging der Umzug durch die Stadt um die I.+II. Majestät abzuholen. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal ging es zum DRK – Altenheim um den Bewohnern ein Ständchen zu bringen. Diese erfreuten sich besonders an den flotten Melodien unserer Kapellen und zur Feier des Tages gab es einen „Lütjenburger Korn“. Ein weiterer Stop wurde für die Kinder des Kindergartens und der Grundschule eingelegt. Auf dem Schulhof standen die Kinder schon voller Erwartung, um die Gilde zu begrüßen. Nach den Ansprachen konnten die Kinder auch in diesem Jahr wieder einen Bollerwagen gefüllt mit Süßigkeiten in Empfang nehmen.  

Festkommers im Soldatenheim

Höhepunkt des Bürgervogelschießen ist immer der Festkommers im Lütjenburger Soldatenheim. Hier konnte Gildeoberst Strehlow auch in diesem Jahr wieder viele Gäste begrüßen, unter ihnen auch den Landrat des Kreises Plön, Dr. Volkram Gebel sowie die Abordnungen der Nachbargilden, der Schieß- und Totengilde Matzwitz von 1768, der Totengilde Behrensdorf von 1754 und der Plöner Schützengilde von 1621 sowie 70 Schützendbrüder aus Vechta mit dem Kolping Orchester. Außerdem begrüßte er die Bürgermeisterin der Stadt Lütjenburg, Silke Lorenz. Er freue sich besonders, so Strehlow, dass die Bürgermeisterin es für wichtiger hielt beim Kommers zu sein, als Wahlkampf in Walsrode zu machen. „Damit Frau Bürgermeisterin haben Sie noch ein Bein in der Tür gelassen, da die andere noch nicht ganz offen ist“, so Strehlow.

Dass die Gilde lebt, das zeigt auch die Vereidigung der neuen und einjährigen Rekruten. So wurden auch in diesem Jahr wieder einige jüngere Rekruten in die Gilde neu aufgenommen und verpflichtet: Olaf Schuldt, Jan Brodersen, Marc Wohlert, Heiner Övermöhle, Gerold Rothe, Dirk Fahrenkrog und Christoph Witt.

Nach einjähriger Zugehörigkeit wurden vor der Gildelade verpflichtet: Peter Pappenheim, Thorsten Zillmann, Achim Kellermann, Uwe Kortüm und Johann-Peter Reinle. Außerdem wurden für 25jährige Mitgliedschaft Karl-Heinz Dressler, Eckhard Wohlert, Hans-Wilhelm Witt und Jörn Kessal sowie Eckhard Jensen für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

In seiner Laudatio auf die amtierende Majestät „Jens, de „liebe“ Bestatter“ ließ Gilderedner Harald Brandt noch einmal das Gildejahr Revue passieren. So erzählte er den erstaunten Gildebrüder, dass wir im Jahr 2005 eine studierte Majestät hatten, die außerdem noch staatlich geprüfter Bestatter sei. Er sei ein „Sonnenkönig“ da bei beiden Gildefesten immer bestes Sonnenwetter war. Prägend für ihn sei auch, der Gilderedner, dass er für seine drei Kinder mehrere Frauen gebraucht hat.  

Otto – Maack – Gedächtnis – Pokal

Unser Oki, der neue Otto-Maack-Gedächtnis-Pokalträger„Unser neuer Otto-Maack-Gedächtnis-Pokal Träger ist jung und stark, du kannst dich auf ihn verlassen, er ist im Gesamtvorstand und einer der besten Schützen“, so Gildeoberst Strehlow in der Laudatio für den neuen Träger, Stefan Bernatzki. Für Gildebruder Kurt Hamdorf, der im letzten Jahr Träger des Pokals war kam nun die Stunde des Abschieds. Er hatte nun die ehrenvolle Aufgabe den Pokal an den verdienten Gildebruder zu übergeben.

Nach ausgiebiger Stärkung ging es unter den Klängen der Gildekapellen zum Vogelberg, wo es den ganzen Nachmittag bis in die Abendstunden hieß „Feuer frei“, um auch in diesem Jahr wieder eine neue Majestät zu krönen. So herrschte den ganzen Nachmittag ein reges Treiben auf dem Festplatz und im neuen Festzelt mit dem Wiebke und Karsten Kühl ihren Einstand als Zeltwirt beim Bürgervogelschießen gaben. Bei Kaffee und Kuchen warteten alle auf den Königsschuss des diesjährigen Bürgervogelschießens.

Vogel wollte nicht fallen

Königsschütze Horst GaefkeAls die Schießwarte um 18.30 Uhr immer noch nicht das Ende des diesjährigen Vogel erkennen konnten, griff der „Gildeadju“ zur Kettensäge und half dem Ende etwas nach. So war es um kurz nach 19.00 Uhr soweit, mit dem 1412. Schuss gab der Obergildemeister Horst Gaefke den Königsschuss ab, und machte damit dem diesjährigen Vogel ein Ende.

 

Als danach dann die Böller von den Höhen des Bismarckturms ertönten war jedem in der Stadt klar, Lütjenburg hat eine neue Majestät. So fanden sich einige hundert Bürger auf dem Festplatz ein, um mit dabei zu sein, als Oberst Hans – Ulrich Strehlow der Gilde und den Bürgern die neue Majestät präsentierte. So schritt er die aufgereihten Quartiere ab, um an Hand der Schießliste die neue Majestät heraus zu finden. Er blieb mal hier und mal da stehen und sah dem einen oder anderen Gildebruder einmal etwas tiefer in die Augen, bis er endlich die neue Majestät gefunden hatte – Jochen Sauvant ist die neue Majestät der Lütjenburger Schützen – Totengilde von 1719 zusammen mit seiner Majestätin Silke, die aus der Hand von Ilona und Jens Jansen die Insignien in Empfang nahmen dessen Gildejahr damit zu Ende ging.

Endlich das Tanzbein schwingen  

Beim Einmarsch ins Festzelt wurden die neuen Majestäten von ihren

Gildebrüdern und vielen Gästen erwartet, wo sie am "Majestätentisch" Platz nahmen. Unter den Klängen der Tanzkapelle wurde beim anschließenden gemütlichen Beisammensein noch ordentlich das Tanzbein geschwungen und so mancher Toast auf das neue Majestätenpaar ausgesprochen.

Die Gildebrüder aus Vechta haben ordentlich mitgefeiert

Ausklang um Mitternacht

Damit ging nach einem langen Tag das Bürgervogelschießen 2006 zu Ende, welches aus alter Tradition seit über 287 Jahren in Lütjenburg gefeiert wird. Ein Tag , der Dank Petrus Hilfe, einen guten Verlauf hatte, strahlte doch die Sonne den ganzen Tag. Bürger und Gildemitglieder hatten in der Tannenschlucht ein Bürgervogelschießen erlebt, welches die Tradition auch in Zukunft weiter leben lässt.

Das Gildefest 2006 endete mit dem Katerfrühstück am Mittwoch im Restaurant Bismarckturm, bei Sauerhering, Sauerfleisch und Matjes, und dem Resümee der Gildebrüder zum Ablauf des Bürgervogelschießens und der Ausgabe der Preise.